Kaninchen im Haus

Im Haus wohnen die Kaninchen, die auf Grund ihrer gesundheitlichen Einschränkung nicht im Garten leben können. Hier finden alte und kranke Zwergkaninchen einen schönen Lebensort, wo sie ihre letzte Lebenszeit genießen können. In großen und liebevoll gestalteten Zimmern, haben sie viel Platz und viele Möglichkeiten sich zurückzuziehen. Diese Gruppe bekommt zusätzlich zur normalen Ernährung mit frischem Grün noch spezielles Essen. Im Winter gibt es verschiedene Sorten Kohl, Salate und Kräuter. Zusätzlich gibt es abends immer „Raspelteller“. Dafür raspeln wir verschiedenes Gemüse wie Pastinaken, Sellerie, Kohlrabi und Rotebeete. In geraspelter Form ist es besser für die Zähne und die Kaninchen nehmen zusätzlich etwas mehr Energie zu sich. Im Weiteren bekommen sie 1-2x tgl. noch ein paar aufgeweichte Cunis. Besonders die alten und kranken Kaninchen essen häufig nicht ausreichend oder auf Grund von Zahnproblemen fällt es ihnen schwerer. Durch das Spezialessen halten sie ihr Gewicht und sind in einem guten körperlichen Zustand.

Sam

Anfang Dezember haben wir Sam und seine Freundin Vivi bei uns aufgenommen. Sie wurden im hohen Alter von 11 Jahren im Tierheim abgegeben. Besonders Sam hat dort leider noch mehr abgebaut und einige gesundheitliche Baustellen. Ein CT hat gezeigt, dass ein Ohr komplett kaputt ist. Der dort aufgestaute Eiter hat schon den Knochen angegriffen. Wegen seines hohen Alters kommt eine OP nicht mehr in Frage. Seit seinem Einzug ist aus dem klapprigen Opi Sam nochmal ein munterer und kräftiger Rentner geworden. Sam ist gut auf Schmerzmittel eingestellt, hat fast 400 g Gewicht zugenommen und nochmal einen krassen Fellwechsel durchgemacht. Er sicht fast wie neu aus 🙂 Uns Menschen gegenüber ist er etwas misstrauisch, aber sobald wir Möhrengrün haben, ändert er seine Meinung. 😉

Vivi

Vivi und ihr Freund Sam zogen im November 2025 in die Burg Nagezahn. Zuvor hatten sie im Tierheim Berlin auf ein Zuhause wartet, wo sie abgegeben wurden, weil das Rentnerpaar nicht länger gehalten werden konnte. Vivi ist mehr als 11 Jahre alt und hatte im Bereich vom Brustkorb einen Tumor in der Haut. Der konnte erfolgreich entfernt werden. Zudem hat sie starke Spondylosen und Arthrosen. Doch die halten sie nicht davon ab, durch ihr Reich zu hoppeln und ihr neues Leben zu genießen. Vivi ist bei uns richtig aufgeblüht und hat an Gewicht zugenommen. Gegenüber uns Menschen ist sie etwas misstrauisch, aber das ist völlig okay 🙂

Gusto

Gusto kam im Februar 2022 zu uns. Er wurde letztes Jahr ausgesetzt und kam ins Tierheim. Er wurde schließlich zwei Mal vermittelt. Beim zweiten Mal musste er wegen der Haltungsaufgabe leider ausziehen. Nun ist er zu uns gezogen und hat endlich seinen Lebensplatz. <3 Auf einem Auge ist er leider vermutlich blind. Er kommt gut zurecht und zog im Sommer 2022 in unseren 450qm Kaninchengarten. Er liebte es, in der Erde zu liegen und sich zu wälzen.

Nach dem Tod von seiner Freundin Berta und Bills Umzug ins Haus, wurde Gusto zum Außenseiter in der Gartengruppe. Als er dann zunehmend gesundheitliche Probleme bekam, zog Gusto 2025 auch in die Dachbodengruppe. Er konnte sich lange nicht mit der Umstellung arrangieren. Gusto hat eine einseitige Gesichtslähmung, ein nicht operables Ohrenproblem und ein Auge musste ihm entfernt werden. Er hat fast ein halbes Jahr gebrauch, um sich in der Dachbodengruppe einzuleben. Nun kuschelt er aber mit mehreren Kaninchen gleichzeitig und fühlt sich sichtlich wohl!

Leon

Leon ist im Sommer 2024 bei uns eingezogen. Er wurde als kleines Jungtier ausgesetzt und hat mehrere Monate im Tierheim auf ein Zuhause gewartet. Aufgrund seiner Größe und der Schlappohren, war die Vermittlung nicht so einfach. Schließlich entschieden wir spontan Leon mit in die neu gegründete Gruppe aufzunehmen. Leon wickelte mit seiner lustigen, lockeren, naiven, lieben und etwas tollpatschigen Art schnell alle um die Finger bzw. Ohren. 🙂 Leider zeigte sein CT, dass er schon eine starke Ansammlung von Ohrenschmalz vor dem Trommelfell hat. Weil es in wenigen Monaten zum Durchbruch hätte kommen können, ließen wir eine Gehörgangserweiterung machen. Die Nachbehandlung war unfassbar schlimm für Leon, weil er nicht zu seinen geliebten Freunden durfte. Die anderen Kaninchen wären an seine Wunden gegangen und das wäre fatal gewesen. Die Einsamkeit fiel ihm sehr schwer und er veränderte sich stark. Zwischenzeitlich stand es nicht gut um Leon, weil er auch noch eine Entzündung hatte. Es brauchte einige Zeit bis er sich von der ganze Prozedur erholte, aber schließlich hat er es alles überstanden. Nun spülen wir 1-2x wöchentlich seine Ohren und können den Ohrenschmalz raus holen. Wir hoffen sehr, dass in Zukunft das jährliche CT gut ausfällt. Leon jagt uns regelmäßig einen Schrecken ein, denn er liegt häufig wie ein totes Kaninchen auf der Seite. Zum Glück schläft er nur komplett entspannt auf der Seite, aber immer wieder ein Schockmoment für uns. 🙂

Ole

Ole kam im November 2024 zu uns. Er wurde vor etwas mehr als 2 Jahren gefunden. Er war noch ein kleines Jungtier. Er hatte ein tolles Zuhause, doch leider verstarb im Sommer 2024 seine Freundin. Eine Vergesellschaftung mit einem anderen Kaninchenpärchen klappte nicht. Schließlich wurde für Ole ein neues Zuhause gesucht. So kam Ole in die Burg Nagezahn. Eigentlich sollte Ole mit seiner Freundin Mia in den Garten ziehen, weil es ihr aber nicht gut genug ging, sind beide auf den 60 qm großen Dachboden gezogen. Leider verstarb Mia, Ole hatte sich da aber schon mit den anderen Kaninchen befreundet und so bleibt er erstmal dort. Mit 6,4kg ist Ole ein großer sanfter Riese, der uns Menschen aber lieber aus der Ferne beäugt.

Meggie

Meggie kam im Sommer 2024 zu uns. Ihr Einzug war sehr spontan und eigentlich nicht geplant. Sie hat fast 1 Jahr im Tierheim auf ein Zuhause gewartet. Sie wurde aus Platzgründen abgegeben. Meggie ist eine deutsche Widderdame und bringt 5,5kg auf die Waage. Besonders bei den großen Kaninchen und dann noch mit Schlappohren, müssen wir besonders gut überlegen, ob wir die Platzkapazitäten haben und auch die finanziellen Möglichkeiten. Kurz nach ihrem Einzug haben wir sie kastrieren lassen, was am Ende fast eine Notoperation war. Sie hatte starke Veränderungen bzw. Tumore an der Gebärmutter, die teilweise schon leicht aufgegangen waren. Wir hoffen sehr, dass die Tumore noch nicht gestreut haben. Meggie hat immer einen großen und guten Appetit und hat sich sehr schnell bei uns eingelebt. 🙂 Das wöchentliche Ohren reinigen mag sie überhaupt nicht und protestiert jede Woche dagegen, aber das muss sein. 😉 Aufgrund ihres Alters und gesundheitlichen Baustellen, machen wir keine Gehörgangserweiterung mehr bei ihr. Sie bekommt jedoch allgemein dauerhaft Schmerzmittel wegen ihres Bewegungsapparats.

Bill

Kaninchenmann Bill wurde im März 2019 vor dem Schlachter gerettet. Er war wenige Monate alt und ist in einer kleinen Buchte aufgewachsen. Leider konnte seine Retterin sich schnell nicht mehr um ihn kümmern und hat ihn abgegeben.

Leider hat Bill durch seine schlechte Vergangenheit körperliche Probleme. Durch unzureichende und falsche Ernährung als Jungtier haben sich seine Knochen schlecht entwickelt. Er musste zwei Mal an der Hüfte operiert werden. Im fehlen nun beide Femurköpfe. Der Muskel- und Konditionsaufbau und allgemeines Verwachsen der Knochen hat mehrere Wochen gebraucht. Erst danach konnte er in den Kaninchengarten ziehen. Er ist sehr zutraulich und vertraut dem Menschen sehr, obwohl er viel schlimmes erlebt hat. 

Durch seine zunehmenden körperlichen Einschränkungen entschieden wir, ihm in der Dachbodengruppe einen schönen neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen. Hier hat sich sein Gesundheitszustand stabilisiert und er ist ein glücklicher Rentner. Er liebt es auf einem Teppich zu liegen und ist etwas wählerisch was Essen angeht. 🙂